Bei dem  nicht geschlechtsbezogen (autosomal) und rezessiv (d.h. das gesunde Erbmerkmal überdeckt das kranke) vererbte Defekt des Enzyms Mevalonatkinase (Mevalonsäurekinase),  handelt es ich um eine Störung im Abbauweg des lebenswichtigen (essentioellen) Eiweißbausteins (Aminosäure)  Leucin. Die Mevalonatkinase liegt in speziellen  Zellbestandteilen, den so genannten Peroxisomen. Durch den Stoffwechseldefekt kommt es zur Minderung der Produktion vwichtigen chemischen Substanzen im Körper, z.B. von Cholesterin, Ubichinon (Coenzym Q10), von Häm (Bestandteil des roten Blutfarbstoffs) und anderen so genannten Isopren-ähnlichen Stoffen, sowie zur Vermehrung der Mevalonsäure.

Anzeichen (Symptome) der Erkrankung (vor Behandlungsbeginn bzw. ohne Behandlung)

Für eine bereits vorgeburtliche (pränatale) Schädigungen sprechen Fehlbildungen, die man gelegentlich bei Neugeborenen mit dieser Erkrankung findet: große tiefsitzende Ohren, tiefe Nasenwurzel, zu kleiner Kopf (Mikrocephalie). Später können Krampfanfälle, grauer Star (centrale Cataracte), Absterben der Regenbogenhaut der Augen, Leber- und Milzvergrößerung, Blutarmut, Verzögerung der körperlichen und geistigen Entwicklung, Muskelschlaffheit und  wiederkehrende Zustände mit Durchfällen hinzu kommen.
Mildere Formen werden erst im Kindesalter, vereinzelt auch bei Erwachsenen festgestellt durch: allgemeine Entwicklungsverzögerung, Schrumpfung des Gehirns, ungewollte Bewegungen (Ataxie),  Krampfanfälle, grauen Star, blau gefärbte Bindehaut der Augen und allgemeinen Hirnschaden (Encephalopathie).
Sowohl bei schweren als auch bei milden Formen können Verminderungen der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen (Leukopenie und Thrombopenie), Erhöhung der Aktivität eines aus der Muskulatur stammenden Enzyms (CPK) im Blut, Gelenkschmerzen, Vergrößerung der Lympfknoten, an Masern erinnernden Hautveränderungen und Wassereinalgerungen in der Haut (Ödeme) auftreten, gleichzeitig eine Erhöhung eines bestimmten Eiweißes im Blut (Hyperimmunglobulinämie D) zusammen mit Fieberzuständen.
Im Lauf des Lebens werden in der Regel die Zustände mit Fieber- und Durchfall seltener, die ungewollten Bewegungen (Ataxien) dafür häufiger.

Wie wird die Krankheit festgestellt?

Die Vermehrung von Mevalonsäure im Urin und/oder im Serum (ohne Übersäuerung des Blutes) ist mittels spezieller Labormethoden (Gaschromatographie-Massenspektrometrie) möglich. Cholesterin und das so genannte Ubichinon (Coenzym Q10) sind in der Regel im Blutplasma vermindert, jedoch nicht zu jeder Zeit im Verlauf der Erkrankung.
Während Stoffwechselkrisen findet sich eine deutliche Erhöhung auf eine Entzündung hinweisenden Substanzen (z.B. Leukotrien E4).
In Hautzellen (Fibroblasten), weißen Blutzellen (Lymphocyten und Lymphoblasten) lässt sich die Aktivität der Mevalonatkinase messen. Weder die Mevalonsäurekinaseaktivität noch die Mevalonsäurekonzentrationen in Blut und/oder Urin können einen Hinweis auf die Schwere der Erkrankung geben.

Behandlung

Bisher gibt es keine effektive Behandlung für den Mevalonatkinase-Mangel.
Die Gabe von Ubichinon (Coenzym Q10) und/oder Cholesterin zeigen keine Besserungen der Krankheitserscheinungen.

Aussichten für die Zukunft

Einige der betroffenen Kindern versterben bereits im Säuglings- und frühen Kindesalter.
Besonders bei den schwer verlaufenden Fällen, oder wenn Lympfknotenschwellungen, Hautausschlag oder Wassereinlagerungen in der Haut  (Ödeme) auftreten, sind die Zukunftsaussichten sehr schlecht.

Die Bereitstellung des Textmaterials erfolgt durch freundliche Überlassung der SHS-Gesellschaft. Ergänzende Informationen finden Sie unter www.stoffwechselgutleben.de.

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